Faszienintegration

Was sind Faszien?

​​Auf dem Weltkongress der Faszienforschung 2007 wurde für das Bindegewebe, das unseren gesamten Körper durchzieht sowie alle Organe, Knochen, Muskeln und Nerven umhüllt, der Begriff Faszie geprägt. Weiterhin wurde empfohlen, das Fasziengewebe fortan als eigenständiges Organ zu sehen, da dessen Eigenarten und Aufgaben weit vielfältiger sind, als bis dahin angenommen wurde.

Faszien bestehen aus Proteinen, Wasser, Bindegewebszellen, Kollagen, Elastin und einer Matrix (umgebende Flüssigkeit) in unterschiedlichen - den Anforderungen angepassten - Anteilen.

Im Fasziengewebe sitzen Sensoren für die Bestimmung der Lage des Körpers im Raum, für Bewegung und Spannung und Nervenendigungen für das Empfinden von Schmerz.

Fasziengewebe kann

  • Struktur geben, stützen, polstern, es kann Bewegung erkennen
  • Dehnreize verarbeiten und Kraft speichern sowie übertragen
  • Reize empfangen und weiterleiten
  • Flüssigkeit und Nährstoffe transportieren

Die Struktur des Fasziengewebes ist ständig im Wandel. Es kann sich der geforderten Belastung anpassen

  • es richtet seine Fasern aus und wird stärker, wo es durch spezielle körperliche Belastung - oder auch Fehlbelastung - gefordert wird
  • es wird dicker, wo mehr Stütze benötigt wird oder nach Verletzungen
  • es bleibt/wird geschmeidig, wo es gut mit Nährstoffen versorgt wird und in Bewegung gehalten wird, wie z. B. beim Yoga oder speziellem Faszientraining
  • es verklebt und wird unbeweglich, wenn die  Nährstoffversorgung schlecht ist und/oder genügend richtige Bewegung ausbleibt
  • es kann verkürzen oder auch lang werden - entsprechend der Anforderung z. B. ständiges Sitzen

Da das Fasziengewebe so eng mit den übrigen Systemen des Körpers zusammen arbeitet wird es auch das Neuro-Myo-Fasziale System genannt.

Faszienintegration nach Markus Erhard

​Basierend auf der neuen Faszienforschung werden bei der Faszienintegration nach Markus Erhard die Techniken der

  • manuellen Faszienbehandlung (Manueller Faszien Release) mit dem
  • Myofaszialen Taping nach Markus Erhard und der
  • essenziellen neuro-myofaszial gesteuerten Bewegungsmuster

kombiniert.

Was bedeutet das?

Nach einer visuellen, palpatorischen und funktionellen Diagnostik des Körpers unter Einbeziehung der lokalen sowie globalen myofasziealen Zusammenhänge werden die manuellen Release-Techniken sowie das Myofasziale Tape genutzt um Spannung sofort und nachhaltig zu verändern und zu steuern.
Restriktionen und Dysfunktionen im System können so gelöst und beseitigt werden. Schmerzen werden dabei meist schnell reduziert und verschwinden häufig sogar komplett.

Sollte noch keine subjektive Einschränkung bestanden haben, stellt diese Behandlung eine hocheffiziente Verletzungsprophylaxe dar. Haltung wird wieder gesund und aufrecht, Bewegung weiter, leichter und effizienter.

Ein besonderes Augenmerk wird in der Faszienintegration auf die Fußarchitektur und das Gangbild gelegt. Nur wenn hier alles stimmt, kann auch der restlicher Körper nachhaltig in veränderte, gesunde Bewegungsmuster gebracht werden.

Im Anschluss an die manuelle Behandlung und die Versorgung mit Tape wird der Patient immer mehr in Bewegungsmuster gebracht, die nun, da Restriktionen gelöst und Schmerzen gelindert oder ausgeschaltete wurden, wieder effizienter, dynamischer und schmerzfrei(er) durchgeführt werden können.

So wird Bewegung neu programmiert und dauerhaft verankert.

Das Tape verbleibt noch einige Tage auf dem Patient, so dass die neue Bewegung nachhaltig eingeschliffen und diese Information abgespeichert werden kann.

Mehr Information unter www.physiotrainingacademy.com